Navigation – Plan du site

AccueilNumérosHS 19Einführung

Einführung

Marcus Hahn, Elisabeth Petereit, Avraham Rot et Céline Trautmann-Waller
p. 5-9

Texte intégral

1Laut Duden stammt das Verb ‚naturalisieren‘ aus dem Französischen und hat in der deutschen Alltagssprache folgende Bedeutungen: ‚ausstopfen‘, ‚einbürgern‘, ‚nationalisieren‘, ‚präparieren‘. Der philosophische Begriff ‚Naturalisierung‘ steht im Rahmen einer längeren Diskussion um Natur und Kultur, Natur und Kunst, oder um Angeborenes und Erworbenes, die zeitweise auch die Form einer deutsch-französischen Auseinandersetzung annimmt. Er kann abwertend benutzt werden, um auf die Gefahr von Reduktionismus in der Form von Biologismus oder Physikalismus aufmerksam zu machen, seltener befürwortend. Seit dem 20. Jahrhundert ist der Begriff der Naturalisierung auch in den Sozialwissenschaften virulent, wo er dazu dient, grundlegende soziale Kategorien wie race, class und gender zu entnaturalisieren und als eben nicht natürlich oder naturgegeben, sondern ‚gemacht‘ auszuweisen.

  • 1 Aristoteles: Poetik. Stuttgart 1982 (Aus dem Griechischen von Manfred Fuhrmann), S. 11.
  • 2 Ebd., S. 19.

2Wer von ‚Naturalisierung der Künste‘ spricht, kann mit diesem Syntagma den Versuch bezeichnen, künstlerische Tätigkeit von der Biologie und/oder der Medizin her zu denken. In der westlichen Tradition ist die Figur der Naturalisierung der Künste mindestens so alt wie die Poetik des Aristoteles. Darin führt er die Entstehung der „Dichtkunst“ auf „zwei Ursachen“ zurück, nämlich auf einen „de[m] Menschen angeboren[en]“ Trieb zum „Nachahmen“ und auf „die Freude, die jedermann an Nachahmungen hat“, was sich schon „von Kindheit an“ zeige und den „Menschen […] von den übrigen Lebewesen“1 unterscheide. Die Tragödie rufe „Jammer und Schaudern“ hervor, um „eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen“2kátharsis – beim Publikum zu bewirken und darin bestehe die physiologische ebenso wie die soziale Funktion dieser Kunstform.

  • 3 Vgl. Philip Ajouri / Benjamin Specht: „Empirisierung des Transzendentalen. Erkenntnisbedingungen (...)

3Die longue durée der Naturalisierung der Künste seit der griechischen Antike kann hier genauso wenig durch die Jahrhunderte verfolgt werden wie die zahlreichen Einsprüche dagegen von Seiten idealistischer oder formalistischer Ästhetiken, die in der Kunstproduktion gerade umgekehrt den Sieg des Menschen über die (oder: über seine) bloße Natur oder die Versöhnung mit derselben haben sehen wollen, u.a. wenn ein Kunsttrieb im Menschen postuliert wird. Die Beiträge dieses Themenheftes konzentrieren sich vielmehr auf den Zeitraum von 1850 bis zu unserer Gegenwart. Mitte des 19. Jahrhunderts ändert sich das (Selbst-) Verständnis der künstlerischen Produktion: Kunst kann zur Lebensform und/oder zur Religion erhöht werden, sie kann Gegenstand von historischen oder spezifischen Wissenschaften wie der Kunstgeschichte oder der Kunstwissenschaft werden (vgl. die Beiträge von Jonas Hock und Christian Reiß). Es kann auch ein empirischer oder sogar materialistisch-szientistischer Zugang zur Kunst angestrebt und diese zum Gegenstand von psycho-physiologischen Forschungen werden, um auf einen zeitgenössischen Empirisierungsschub zu reagieren, der von den experimentell arbeitenden Naturwissenschaften ausgeht3. Leitdisziplinen dieser Naturalisierung sind die (experimentelle) Psychologie, aber auch die Psychiatrie, die evolutionistische, wenn auch nicht immer zwangsläufig darwinistische Biologie so wie ein Teil der Anthropologie insgesamt, das spätere Franz Boas’sche Spektrum von der Prähistorie und der physischen Anthropologie über die Linguistik bis zur Ethnologie abdeckend (vgl. den Beitrag von Frederic Ponten). Ihr können entsprechende künstlerische bzw. literarische Strömungen an die Seite gestellt werden, die die ganze Bandbreite von den der Wissenschaft verpflichteten Schreibprogrammen des Realismus und Naturalismus (vgl. den Beitrag von Elisabeth Petereit) bis zu den primitivistischen Manövern der Avantgarden seit 1900 abdecken, die diese Figur in der einen oder anderen Form aufgegriffen und beantwortet haben (vgl. den Beitrag von Michael Lorper). Die Figur der Naturalisierung der Künste ist damit eine zentrale der im weitesten Sinne ästhetischen Debatten durch die ganze ‚klassische‘ Moderne hindurch (vgl. den Beitrag von Guillaume Beringer). Eine weitere Form der Naturalisierung der Künste entsteht in der Diskussion um Ornament und Stil (G. Semper, A. Riegl), die über die Kunstgeschichte hinaus enge Beziehungen zur Völkerpsychologie (H. Steinthal, M. Lazarus, W. Wundt) und zur frühen Soziologie (G. Simmel) unterhält. Wenn hierbei von einer ‚Kunstgeschichte ohne Namen‘ (H. Wölfflin) die Rede ist, stellt sich die Frage nach dem Subjekt der Kunst, seinem individuellen oder kollektiven Wesen, nach ihren Gesetzen, Regeln, Strukturen, ihrer ‚Grammatik‘.

  • 4 Jacques Morizot (Hg.): Naturaliser l’esthétique ? Questions et enjeux d’un programme philosophiqu (...)
  • 5 Alexandre Gefen (Hg.): La naturalisation de l’esthétique. Nouvelle revue d’esthétique 15.1 (2015)

4Die Naturalisierung der Künste wirkt auch noch über die nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogene politische und epistemologische Dekolonisierung hinaus nach. In der Kunstsoziologie von Pierre Bourdieu spielt der Begriff der Naturalisierung eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Vorstellung von angeborenen Fähigkeiten Kunst zu produzieren oder zu genießen, als Glauben und Verschleierung zu enttarnen. Bourdieus Kritik der Ästhetik der Interesselosigkeit ist Teil einer langwierigen Auseinandersetzung mit Kant und dem Neukantianismus (vgl. den Beitrag von Céline Trautmann-Waller). Heutzutage versammelt der Ausdruck ‚Naturalisierung der Ästhetik‘ im französischen Kontext Versuche, Kunst anhand von paläontologischer, psychologischer, neurologischer, kognitivistischer oder philosophischer (hauptsächlich pragmatistischer, phänomenologischer oder analytischer) Forschung im Sinne einer besonderen Fähigkeit in einer mehr oder weniger deutlich evolutionistischen Perspektive als Teil der Entwicklung der menschlichen Spezies zu verstehen4. Auch aus der Perspektive der Literaturwissenschaften, die verstärkt nach den Beziehungen zwischen Literatur und Umwelt fragen, öffnet diese Diskussion interessante Perspektiven. Ausgehend von der Vorstellung, dass es keinen bloßen Utilitarismus bedeutet nach einer Funktion der Kunst für die Menschen zu fragen, versammelt eine 2015 erschienene Nummer der Nouvelle revue d’esthétique Beiträge über den Film, über literarischen Darwinismus, über den Pragmatismus, insbesondere Dewey, und auch über Schiller5. Die Frage, wie Kunst überhaupt definiert werden kann, spielt in beiden Bänden eine wichtige Rolle; diejenige, wie Natur definiert wird und ob man den Menschen als Teil derselben oder als mehr oder weniger exzentrisches Wesen (H. Plessner) versteht, wird jedoch meistens nicht direkt behandelt.

  • 6 Vgl. Albrecht Koschorke: „Zur Epistemologie der Natur/Kultur-Grenze und zu ihren disziplinären Fo (...)

5Bei der Auseinandersetzung mit der Figur der Naturalisierung der Künste geht es demnach nicht nur darum, die Gegenüberstellung zweier Begriffe kritisch nachzuvollziehen, die sich als Oppositionspaar wechselseitig definieren wie Natur und Kultur, sondern auch die prozessualen Annahmen und die Art und Weise zu berücksichtigen, wie diese dargelegt oder erzählt werden. Das Verbalsubstantiv ‚Naturalisierung‘ bezeichnet offensichtlich einen Prozess und weist somit auf die historische Perspektive (Geschichte, Genealogie, Archäologie) hin, die in allen hier vorliegenden Beiträgen eingenommen wird, auch wenn der Zeitrahmen dieses Hefts bis in die Gegenwart reicht. Meist wird eine Umwandlung oder Umformung beschrieben, die traditionell eher von der Natur zur Kunst geht: Natur wird dabei als das Kultur und Kunst ‚Vorfindliche‘, als das Ursprüngliche gedacht; Kunst dagegen als ein Zweites, als das Menschenspezifische, das interveniert und den ‚Rohstoff‘ Natur tiefgreifend umwandelt. Wenn die Naturalisierung der Künste eine Bewegung hin zu ‚mehr Natur‘ zu beschreiben scheint, so verortet sie sich kulturgeschichtlich in einem komplexen Feld, das von zwei gegenläufigen Bewegungen oder ‚grands récits‘ der Kulturentwicklung (Jean-François Lyotard) geprägt ist: In dem einen Fall führt die kulturgeschichtliche Entwicklung von der Natur weg – durch eine von der natürlichen Umgebung immer unabhängiger werdende Symbolproduktion –, in dem anderen Fall – dem Narrativ von wissenschaftlichem Fortschritt und Aufklärung – aber näher an sie heran6. Im ersten Fall erfindet die Moderne das sentimentale Narrativ einer verlorengegangenen Einheit mit der Natur, die zumindest punktuell wieder einzuholen das Ziel der primitivistischen Avantgarde der Jahrhundertwende war, im zweiten Fall imaginiert sie die Überwindung eines gleicherweise von Angst- wie Allmachtsphantasien geprägten Zustands, aus dem nur das Realitätsprinzip der empirischen Wissenschaften herausführen konnte. In diesem Fall besteht die Gefahr, der ‚Wissenschaft‘ implizit eine eigentlichere Verbindung zur Natur zuzuschreiben. Denn der Begriff ‚Naturalisierung‘ an sich deutet nicht zwangsläufig eine Verbindung zur Natur ‚über‘ die Wissenschaft an, auch wenn dies eine fruchtbare Möglichkeit ist, seine Bedeutungen und historischen Ausprägungen zu erforschen. Um dieser Gefahr zu entgehen, möchten wir einen anderen Sinn von ‚Naturalisierung‘ hervorheben, der zwar untrennbar mit der Frage nach der Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft verbunden ist, der aber wohl primärer ist, in dem er gewissermaßen nicht diesen ‚Umweg‘ durch die Wissenschaft einschließt. Um diesen Sinn zu verdeutlichen, ist es wichtig herauszustellen, was hier mit der ‚Naturalisierung der Künste‘ nicht gemeint ist, nämlich ein Übergang von einem Zustand, in dem die Künste unnatürlich oder weniger natürlich waren, zu einem, in dem sie als natürlich bzw. natürlicher betrachtet werden können. Denn es ist eine Tatsache, dass sich die Künste zu keiner Zeit weder ganz noch teilweise ‚außerhalb der Natur‘ befunden haben – um Spinozas Ausdruck zu verwenden (vgl. den Beitrag von Avraham Rot) –, so dass es im Gegenteil sinnvoller wäre, von ihnen als einer stark mit der Natur verbundenen Sache zu sprechen. Während die Sehnsucht nach Transzendenz zweifellos eine wichtige Rolle in der Kunstgeschichte und -theorie spielt, ereignet sie sich doch innerhalb der Natur, das heißt durch das Handeln oder die Medien natürlicher, verkörperter, sozial verorteter Menschen, ob lebendig oder verstorben (vgl. den Beitrag von Zoë Ghyselinck). Und dies ist gerade so, weil die Natur ohne Rücksicht auf ihre ästhetische Dimension nicht erschöpfend beschrieben werden kann.

6Es geht also um ein unübersichtliches und von gegenstrebigen Tendenzen geprägtes Feld, auf dem sich die Naturalisierung der Künste bewegt und innerhalb dessen sie für ganz unterschiedliche und teilweise auch widersprüchliche Tendenzen einstehen kann. Dieses Heft stellt den Versuch dar, die Bedeutungen der Naturalisierung der Künste nicht endgültig zu definieren, sondern sie vielmehr in ihren Überlappungen, Inkonsistenzen und ihrer irreduziblen Vielfältigkeit zu untersuchen.

7Die hier versammelten Beiträge stellen Fragen wie: Welche Rolle wird kulturbedingt der mimesis und dem Bezug zur natürlichen Umwelt für die Entstehung von Kunst zugeschrieben; welche Folgen zieht man daraus für die Wandlungsmöglichkeiten und die Fortschreibung von Motiven (vgl. den Beitrag von Christine Lorre)? Wie wird der Ursprung der Kunst zur Natur und zu Motiven aus der Natur in Verbindung gebracht (oder auch nicht)? Wie werden Naturgesetze, Naturwissenschaft(ler) und Esoterik (als das Übernatürliche) in literarischen Werken thematisiert (vgl. den Beitrag von Elena Fabietti)? Wie werden die Kategorien ‚Natur‘, ‚natürlich‘, ‚biologisch‘, ‚organisch‘ in der Kunstkritik mobilisiert und wie werden bestimmte Kunstformen naturalisiert? Um welche politischen Einsätze spielt die Naturalisierung der Künste (vgl. den Beitrag von Marcus Hahn)? Wie beziehen sich Philosophen oder Soziologen sich im Zusammenhang mit Kunst auf einen Naturbegriff? Was können ‚unnatürlich‘ oder ‚ästhetisch‘ im Zusammenhang mit aktuellen künstlerischen Werken wie Romanen oder Hörbüchern bedeuten (vgl. den Beitrag von Kerstin Hausbei)?

8Die Aufsätze gehen auf Vorträge für zwei thematisch aufeinander bezogene Tagungen zurück, die am 16.-17. Juni 2022 an der Université Sorbonne Nouvelle, Paris und am 6.-7. Oktober 2022 an der Universität Regensburg stattgefunden haben. Die Herausgeberinnen und Herausgeber danken dem Bayerisch-Französischen Hochschulzentrum (BayFrance) für die Förderung der Kooperation zwischen Paris und Regensburg und der beiden Veranstaltungen. Aurélie Choné danken wir für die Möglichkeit, die Ergebnisse der Tagungen in den Recherches germaniques zu veröffentlichen. Ebenso herzlich möchten wir uns bei Julia Schatz, Caroline-Luise Kappler und Charlotte Vallaster für ihre engagierte Unterstützung beim Korrekturlesen bedanken. Ein besonderer Dank gebührt schliesslich auch den Gutachterinnen und Gutachtern, die mit ihrer sorgfältigen und konstruktiven Kritik im Rahmen des doppelt verblindeten peer review-Verfahrens maßgeblich zur Qualität dieses Themenheftes beigetragen haben.

Haut de page

Notes

1 Aristoteles: Poetik. Stuttgart 1982 (Aus dem Griechischen von Manfred Fuhrmann), S. 11.

2 Ebd., S. 19.

3 Vgl. Philip Ajouri / Benjamin Specht: „Empirisierung des Transzendentalen. Erkenntnisbedingungen in Wissenschaft und Kunst 1850-1920“. In: dies. (Hgg.): Empirisierung des Transzendentalen. Erkenntnisbedingungen in Wissenschaft und Kunst 1850-1920. Göttingen 2019, S. 7-28, hier S. 10.

4 Jacques Morizot (Hg.): Naturaliser l’esthétique ? Questions et enjeux d’un programme philosophique. Rennes 2014.

5 Alexandre Gefen (Hg.): La naturalisation de l’esthétique. Nouvelle revue d’esthétique 15.1 (2015).

6 Vgl. Albrecht Koschorke: „Zur Epistemologie der Natur/Kultur-Grenze und zu ihren disziplinären Folgen“. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 83 (2009), S. 9-25.

Haut de page

Pour citer cet article

Référence papier

Marcus Hahn, Elisabeth Petereit, Avraham Rot et Céline Trautmann-Waller, « Einführung »Recherches germaniques, HS 19 | -0001, 5-9.

Référence électronique

Marcus Hahn, Elisabeth Petereit, Avraham Rot et Céline Trautmann-Waller, « Einführung »Recherches germaniques [En ligne], HS 19 | 2024, mis en ligne le 07 juillet 2024, consulté le 08 septembre 2026. URL : http://journals.openedition.org/rg/11440 ; DOI : https://doi.org/10.4000/11uzp

Haut de page

Auteurs

Marcus Hahn

Professeur en études germaniques
Lehrstuhl für deutsche Philologie
Marcus.Hahn@sprachlit.uni-regensburg.de

Articles du même auteur

  • „Rasse mit Stil“ [Texte intégral]
    Hippolyte Taines Philosophie de l’art en Grèce (1869) und die Naturalisierung der Künste in Gottfried Benns Dorische Welt (1934)
    „Rasse mit Stil“. Philosophie de l’art en Grèce d’Hippolyte Taine (1869) et la naturalisation des arts dans Dorische Welt (1934) de Gottfried Benn
    „Rasse mit Stil“. Hippolyte Taine’s Philosophie de l’art en Grèce (1869) and the Naturalization of the Arts in Gottfried Benn’s Dorische Welt (1934)
    Paru dans Recherches germaniques, HS 19 | 2024

Elisabeth Petereit

Docteure en études germaniques
Unité de recherche « Mondes germaniques et nord-européens »
Université de Strasbourg
epetereit@unistra.fr

Articles du même auteur

Avraham Rot

Docteur en études germaniques
Lehrstuhl für deutsche Philologie
Universität Regensburg
Avraham.Rot@ur.de

Articles du même auteur

  • Zur neo-spinozistischen Devise ‚hen kai pan‘ bei Gottfried Benn
    La naturalisation dans le champ de tension germano-juif. À propos de la devise néo-spinoziste ‘hen kai pan’ chez Gottfried Benn
    Naturalization in the German-Jewish Field of Tension. On the Neo-Spinozist motto ‘hen kai pan’ in Gottfried Benn’s Work
    Paru dans Recherches germaniques, HS 19 | 2024

Céline Trautmann-Waller

Professeure en études germaniques
Laboratoire « Savoirs et Pratiques du Moyen Âge à l’époque contemporaine »
École Pratique des Hautes Études
celine.trautmann-waller@ephe.psl.eu

Articles du même auteur

  • Locus geometricus [Texte intégral]
    Soziologie und Naturalisierung der Künste bei Pierre Bourdieu
    Locus geometricus. Sociologie et naturalisation des arts chez Pierre Bourdieu
    Locus Geometricus. Sociology and the Naturalization of the Arts in Pierre Bourdieu’s Work
    Paru dans Recherches germaniques, HS 19 | 2024
Haut de page

Droits d’auteur

CC-BY-NC-SA-4.0

Le texte seul est utilisable sous licence CC BY-NC-SA 4.0. Les autres éléments (illustrations, fichiers annexes importés) sont susceptibles d’être soumis à des autorisations d’usage spécifiques.

Haut de page
Rechercher dans OpenEdition Search

Vous allez être redirigé vers OpenEdition Search