Persien in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Reiseeindrücke in Arminius Vámbérys Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien (1867)
Résumés
Le turcologue hongrois Arminius Vámbéry (1832-1913) s’est rendu à Téhéran ainsi que dans le sud de l’Iran en 1862 et a publié cinq années plus tard son compte rendu de voyage Mes randonnées et mes expériences en Perse (Pest, 1867). Puisque Vámbéry ne voyageait pas en tant que Hongrois, mais incognito, en tant que derviche ottoman, sous le nom de Reşid Efendi, c’est surtout son point de vue sur la Perse chiite qui est intéressant. La question se pose aussi de savoir quelles connaissances il a voulu transmettre aux lecteurs européens de l’époque et comment son récit, mais aussi sa propre personne ont été appréciés. L’article présent se penche sur le compte rendu de voyage de Vámbéry, en particulier sur les chapitres concernant Ispahan ainsi que sur des critiques en langue allemande publiées peu après la parution du livre.
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Einleitende Bemerkungen
- 1 Die Angabe von Städte- und Ländernamen erfolgt in der jeweils im Deutschen gebräuchlichen Form; fal (...)
- 2 Vgl. hierzu genauer Abschnitt 3 dieses Beitrags. Zitiert wird aus folgender Ausgabe: Arminius Vámbé (...)
1Der Turkologe Arminius Vámbéry unternahm im Jahr 1862 eine Reise, die ihn eigentlich in das westliche Zentralasien mit den Städten Chiwa (Xiva), Buchara (Buxoro) und Samarkand (Samarqand)1 führen sollte. Er begab sich dorthin auf der Suche nach Spuren einer Verwandtschaft zwischen dem Ungarischen, das er muttersprachlich beherrschte, und den Turksprachen, die er während eines langjährigen Aufenthalts in Istanbul (İstanbul) im Kontakt mit der dortigen Bevölkerung und zentralasiatischen Pilgern auf dem Weg nach Mekka und zurück in ihre Heimat kennengelernt hatte. Als er jedoch Teheran (Tihrān) erreicht hatte, musste er feststellen, dass sein Weg nach Chiwa, Buchara und Samarkand durch die Streitigkeiten lokaler Herrscher im heutigen Grenzgebiet zwischen Persien und Afghanistan versperrt war. Anstatt seine Zeit ausschließlich in Teheran zu verbringen oder nach Europa zurückzukehren, entschloss er sich, eine Reise in den Süden Persiens zu unternehmen. Sein Bericht von diesem Abstecher, den er fünf Jahre später in ungarischer und deutscher Sprache veröffentlichte2, ist lebendig und detailreich geschrieben. Es finden sich auch zwei relativ ausführliche Kapitel zu seinem zweiwöchigen Aufenthalt in Isfahan (Iṣfahān), in denen er die Sehenswürdigkeiten der Stadt, ihre Bewohner und seine Erlebnisse beschreibt.
2Im vorliegenden Beitrag soll Vámbérys Darstellung Persiens und vor allem Isfahans im Hinblick darauf analysiert werden, welchen Blick auf Land und Leute, aber auch auf sich selbst als Reisender Vámbéry einem zeitgenössischen Leser seines Reiseberichts vermitteln wollte. Vámbéry nahm insofern eine interessante und herausgehobene Rolle ein, da er nicht als Europäer reiste, sondern als osmanischer Derwisch – ein Umstand, der seine Reise und seine Wahrnehmungen entscheidend beeinflusst haben dürfte und auf den er selbst an vielen Stellen explizit hinweist. So stellt sich die Frage, wie er mit dieser speziellen Perspektive zur Vermittlung von Wissen über Persien im 19. Jahrhundert an europäische Leser beitrug, welche charakteristischen Merkmale seine Beschreibung von Orten und Personen enthält und wie wiederum der Bericht von seiner Reise sowie seine Person in Europa wahrgenommen wurden.
Arminius Vámbéry (1832-1913): Jugend und Reise in Persien (1862‑1863)
- 3 Der folgende Abschnitt basiert auf der Darstellung Vámbérys in seinen Autobiographien: Vgl. das Kap (...)
- 4 Vámbéry: The Story of My Struggles, S. 61.
3Arminius Vámbéry, eine der schillerndsten Figuren der Turkologie, wurde im Jahr 1832 geboren3. Sein Vater war zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits verstorben, und die wirtschaftliche Situation der Familie, die außer Vámbéry selbst noch seine Mutter und seine Schwester umfasste, blieb in den folgenden Jahren, auch nach einer erneuten Heirat der Mutter, stets prekär. Aus diesem Grund musste Vámbéry im Alter von elf Jahren ohne Abschluss die Schule verlassen und sich seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer verdienen. Er bemühte sich jedoch stets, sein Wissen im Selbststudium zu erweitern, und bezeichnete sich in seinen Lebenserinnerungen als „Autodidakt“4. Er zeigte ein außergewöhnliches Talent für Sprachen und brachte sich selbst zahlreiche europäische Idiome sowie Osmanisch, Arabisch und Persisch bei. Um seine Kenntnisse auch praktisch anzuwenden, reiste er im Jahr 1857 nach Istanbul und blieb dort in den folgenden vier Jahren. Sein Auskommen erarbeitete er sich in dieser Zeit hauptsächlich, indem er türkische, aber auch europäische Schüler allen Alters annahm und diese in europäischen Sprachen unterrichtete.
- 5 Diesen trifft Vámbéry 1862 auf seinem Weg nach Teheran in Erzurum wieder; vgl. hierzu MwuE, S. 15.
4Sein Leben in Istanbul führte er, wie er in seiner Autobiographie herausstellt, nicht als Europäer in einer europäischen Umgebung, d. h. mit ausschließlichem Kontakt zu anderen Europäern. Er bemühte sich im Gegenteil darum, enge Kontakte zu Osmanen zu schließen und mit ihnen in der lokalen Sprache, also dem osmanischen Türkisch, zu kommunizieren. Ebenso ahmte er ihre Kleidung und ihren Lebensstil nach und brachte es so weit, dass er schließlich auf Anordnung eines seiner Arbeitgeber, des Tscherkessen Hüseyin Dâim Paşa5, den türkischen Namen „Reşid Efendi“ erhielt.
5Zu seinen Bekanntschaften in Istanbul zählten auch Pilger aus Zentralasien, deren gesprochene Sprache Vámbérys besonderes Interesse weckte. Für ihn war es offensichtlich, dass diese Varietät des Türkischen nicht nur eng mit dem osmanischen Türkisch, sondern auch der ungarischen Sprache verwandt sein musste. Er betrachtete die in Zentralasien gesprochenen Varietäten als ‚reinere‘ Nachfolger des Alttürkischen – reiner als das Osmanische, das seiner Meinung nach durch die zahlreichen arabisch-persischen Entlehnungen in Lexik und Syntax verdorben war. Um die zentralasiatischen Varietäten besser erforschen zu können, entschloss sich Vámbéry, in die Region zu reisen und Sprachmaterial zu sammeln, mit dem er seine Hypothese einer Verwandtschaft mit dem Ungarischen würde stützen können.
- 6 Dieses Misstrauen hatte beispielsweise 1842 zur Hinrichtung der Briten Charles Stoddart und Arthur (...)
6Die Reise nach Zentralasien war jedoch schwieriger zu verwirklichen, als Vámbéry sich das vorgestellt hatte. Das Zielgebiet, das er sich ausgesucht hatte, gehörte in jener Zeit noch zu drei verschiedenen Herrschaftsgebieten: dem Chanat von Chiwa, dem Emirat von Buchara und dem Chanat von Kokand (Qo‘qon). Diese Reiche hatten zwar offiziell noch ihren autonomen Status, waren jedoch zu Beginn der 1860er Jahre bereits unter starken Druck des Russischen Reichs geraten. Daher betrachteten die lokalen Herrscher fremde Reisende, die ihrer Meinung nach aus Europa stammten, mit extremem Misstrauen.6 Vámbéry entschied sich daher, nicht als Ungar zu reisen, sondern in Person seines osmanischen Alter Egos „Reşid Efendi“.
- 7 Graf Emil Dessewffy (1814-1866), ungarischer Politiker, bekleidete das Amt des Präsidenten von 1855 (...)
7Ein weiteres Problem war die Finanzierung der Reise. Hierzu reiste Vámbéry im Frühjahr 1861 nach Pest, um dort Sponsoren zu finden. Er war in der Zwischenzeit zum korrespondierenden Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt worden, und als er den Präsidenten der Akademie, Graf Emil Dessewffy7, in seine Pläne einweihte, gewährte dieser ihm eine recht beträchtliche Summe. Die einzige Bedingung, die Vámbéry nach eigener Aussage erfüllen musste, war es, die Beziehung zwischen der ungarischen Sprache und den türkischen Varietäten Zentralasiens zu erforschen.
8Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in Pest kehrte Vámbéry nach Istanbul zurück und blieb dort für ein halbes Jahr, um seine Reise vorzubereiten. Hierzu sprach er mit Reisenden und Pilgern aus Zentralasien, sammelte so Informationen und bemühte sich, seine Sprachkenntnisse anzuwenden und zu verbessern. Seine osmanischen Freunde rieten ihm, zunächst nach Teheran zu gehen, und gaben ihm Empfehlungsschreiben mit, die an den dortigen osmanischen Botschafter, Haydar Efendi, gerichtet waren. Da diese Briefe den Namen von Vámbérys Alter Ego, „Reşid Efendi“, enthielten und seine europäische Herkunft nicht erwähnten, konnte Vámbéry seine Reise bereits ab Istanbul als Osmane antreten.
- 8 Sultan Aḥmad Khan, der Schwiegersohn des afghanischen Herrschers Dūst Muḥammad und dessen Vasall in (...)
9Im März 1862 reiste er an Bord eines Dampfers nach Trabzon, hielt sich dort einige Tage auf und setzte anschließend seine Reise nach Teheran über Erzurum, Täbris (Tabrīz) und Kaswin (Qazwīn) fort. Er erreichte Teheran am 13. Juli 1862 und blieb dort für einige Zeit in der osmanischen Botschaft. Als er seinen Weg nach Zentralasien fortsetzen wollte, sah er sich jedoch mit einem Problem konfrontiert: Vámbéry musste feststellen, dass er wegen eines Konflikts zwischen den afghanischen Herrschern Dūst Muḥammad und Sulṭān Aḥmad Khan nicht weiterreisen konnte8. Er beschrieb seinen Gemütszustand und seine Überlegungen, nachdem er dies erfahren hatte, in seiner Autobiographie The Story of My Struggles folgendermaßen:
- 9 Vámbéry: The Story of My Struggles, S. 175: „So I was obliged, to avoid further inactivity, to find (...)
So war ich, um weitere Untätigkeit zu vermeiden, dazu gezwungen, eine andere Lücke und ein neues Betätigungsfeld zu finden. Da das Studium der indogermanischen Sprachen überhaupt nicht auf meinem Programm stand, schien es keinen Zweck zu haben, nach Südpersien zu gehen. Aber ich wagte es nicht, aus dem harten System auszubrechen, das ich begonnen hatte, und mir war der Reiz der verwegenen Entdeckungsreisen bereits so ans Herz gewachsen, dass der trockene Sattel, trockenes Brot und die trockene Erde mehr nach meinem Geschmack waren als all der Luxus, die Reichtümer und das Vermögen der gastfreundlichen türkischen Botschaft.9
- 10 Vgl. hierzu Anmerkung 2 und Abschnitt 3 dieses Beitrags.
- 11 MWuE, S. 123.
10Nachdem er seinen Entschluss gefasst hatte, Südpersien zu bereisen, musste er jedoch noch eine grundlegende Entscheidung treffen, nämlich diejenige seiner Identität auf der Reise – sollte er seine osmanische Identität als Reşid Efendi behalten, oder sollte er als Europäer auftreten? In seinem Reisebericht Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien, den er kurz nach seiner Reise veröffentlichte10, fasste er seine diesbezüglichen Überlegungen im entsprechenden Kapitel folgendermaßen zusammen: Demnach waren Reisende aus dem Osmanischen Reich in Persien relativ ungewöhnlich und als Sunniten verhasst in Südpersien, das laut Vámbéry „wegen seines schiitischen Fanatismus“ bekannt war11. Er konnte der Herausforderung dennoch nicht widerstehen und entschied sich, als Reşid Efendi aus dem Osmanischen Reich zu reisen. Seine Begründung lautet:
- 12 Ebd.
Eben weil Osmanli so selten dahin kommen, wäre es interessant zu sehen, wie diese eifrigen Anhänger Ali’s von ihren andersgesinnten Glaubensgenossen denken und ihnen begegnen.12
11Vámbéry schloss sich einer Karawane an und erreichte nach seiner Abreise aus Teheran, die am 2. September 1862 erfolgte, gut zwei Wochen später, am 13. September, die Stadt Isfahan. Dort verbrachte er die folgenden vierzehn Tage, bevor er seine Reise mit den Zielen Persepolis (Taḫt-i Ğamšīd) und Schiras (Šīrāz) fortsetzte. In letzterer Stadt hielt er sich sechs Wochen auf, bevor er nach einer eiligen Rückreise, die ihm nur zwei Tage Aufenthalt in Isfahan erlaubte, Mitte Januar 1863 wieder Teheran erreichte und von dort im März 1863 zu seiner Reise nach Zentralasien aufbrach.
Der Reisebericht Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien (1867)
- 13 Der Zusatz „Nach der ungarischen Original-Ausgabe“ im Titel weist darauf hin, dass die ungarische A (...)
- 14 Dr. Jószef Budenz (1836-1892) untersuchte in seiner Forschung die Ursprünge der ungarischen Sprache (...)
12Den Bericht von seiner Reise nach Isfahan und Schiras publizierte Vámbéry im Jahr 1867. Die deutschsprachige Ausgabe erschien unter dem Titel Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien von Hermann Vámbéry im Verlag von Gustav Heckenast (Pest)13. In einem Abschnitt zu Beginn des Buches widmete Vámbéry sein Werk Dr. Joseph Budenz14, der als II. Bibliothekar an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Pest tätig war und dem Vámbéry für seine „von inniger Freundschaft durchwehten Briefe“ dankte, die ihm oft durch schwere Momente geholfen hätten.
- 15 MWuE, Vorrede, o. S. – Für frühere Reisende nannte Vámbéry einige Beispiele, darunter etwa Sir Jean (...)
- 16 Ebd.
- 17 Der Bericht erschien 1864 im Londoner Verlag John Murray und wurde bereits ein Jahr später in deuts (...)
- 18 MWuE, Vorrede, o. S.
13In der folgenden, mit „Vorrede“ betitelten Einleitung bat Vámbéry den Leser – in einer für ihn eher untypischen Bescheidenheit –, nichts Neues oder Unbekanntes über Persien zu erwarten, da dieses bereits „von europäischen Reisenden so vielfach besucht und beschrieben“ worden sei15. Anstelle neuer, unbekannter Tatsachen wollte Vámbéry dem Leser, in seinen eigenen Worten, „Reiseeindrücke im schlichten Kleide der familiären Erzählung“ bieten16. Er glaube, dass die Einzelheiten seiner Reise für verschiedene Gruppen von Lesern von Interesse seien: Einerseits wolle er die Leser seines Reiseberichts Travels in Central Asia, den er bereits 1864 publiziert hatte17, ansprechen, da er seine Reise nach Isfahan und Schiras „als Vorbereitungscourse zu meiner Derwischrolle in Turkestan“ sah. Andererseits hielt er fest, dass er „Persien von Ost bis West, vom Nord bis zum Süd im Incognito eines Effendis aus Konstantinopel“ besucht habe und den Leser über „den Eindruck, welchen das schiitische Iran auf einen an sunnitische Elemente gewöhnten Reisenden ausübte“, informieren wolle18. Seinen Worten zufolge verdiente vor allem das gespannte Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten größere Aufmerksamkeit als zuvor.
- 19 Resa i persien. Lund 1869.
- 20 [Arminius Vámbéry:] „Persia“. In: Half Hours in Many Lands. With Many Illustrations. London 1883, S (...)
14Das Buch wurde bereits zwei Jahre nach Erscheinen der ungarischen und deutschen Ausgaben in schwedischer Sprache veröffentlicht19. Eine englische Übersetzung, die jedoch stark gekürzt war und zudem Vámbéry nicht als Autor nannte, erschien 1883 unter dem Titel „Persia“ in dem Sammelband Half Hours in Many Lands, Teil einer größeren Serie mit dem Namen The Half Hour Library of Travel, Nature, and Science for Young Readers20. Diese Ausgabe endete jedoch mit Vámbérys Ankunft in Isfahan, so dass englischsprachige Leser keine Gelegenheit hatten, seine Beschreibung von der Stadt und ihrer Bevölkerung, wie sie in der deutschsprachigen Ausgabe enthalten war, sowie der weiteren Reisestationen zu lesen.
- 21 Vgl. <http://www.khosrowsinai.com/?page_id=9> [05.03.2017].
- 22 Vgl. < http://www.ibna.ir/fa/doc/naghli/179892> [05.03.2017].
- 23 Vgl. <http://www.nlai.ir/> [05.03.2017].
- 24 Die französische Ausgabe erschien (als Übersetzung aus dem Englischen) unter dem Titel Voyages d’un (...)
- 25 Eine Suche im Katalog der Nationalbibliothek ergibt folgende Treffer, bei denen jeweils der französ (...)
- 26 Arminius Vambéry: His Life and Adventures (erstmals: London 1884, zu weiteren Angaben vgl. Knüppel: (...)
- 27 Als Übersetzer angegeben: Ferīdūn Ismāʿīlī.
15In persischer Sprache scheint aktuell eine Ausgabe von Meine Wanderungen und Erlebnisse in Planung zu sein: So bereitet der Regisseur Ḫusraw Sīnāī nach Angaben auf seiner offiziellen Webseite21 die Publikation einer Übersetzung vor, nachdem er bereits zu Vámbérys 100. Todestag eine Lesung aus Vámbérys Werken abgehalten hat22. Während nach den Ergebnissen einer Suche nach Vámbéry (pers. Vāmberī) im Online-Katalog der Nationalbibliothek Irans23 dessen Bericht von seiner Reise nach Zentralasien aus dem Französischen24 übersetzt wurde und mehrfach erschien25 und seine Autobiographie His Life and Adventures ebenfalls in mindestens zwei Auflagen26 herausgegeben wurde, ist die Lage im Fall von Meine Wanderungen und Erlebnisse unklar: Bei einer Monographie mit dem Titel Mein Reisebericht von Iran (pers. Safarnāma-yi man ba Īrān), die im Jahr 1378 [1999/2000] publiziert wurde27 und bei der Suche im Bibliothekskatalog ebenfalls als Treffer erscheint, könnte es sich um eine solche Übersetzung handeln. Da jedoch im Katalog kein Originaltitel angegeben wird und mir diese Ausgabe nicht vorlag, muss dies unklar bleiben.
„Merkwürdigkeiten Isfahans“: Vámbérys Beschreibung der Stadt in Meine Wanderungen und Erlebnisse
16Seinem 14-tägigen Aufenthalt in Isfahan widmete Vámbéry in seinem Reisebericht zwei Kapitel. Das erste dieser Kapitel, das den Titel „Merkwürdigkeiten Isfahans“ (MWuE, S. 160-167) trug, enthielt eine Darstellung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die er während seiner Zeit in der Stadt besucht hatte. Diese waren:
-
die Basare,
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der bei Vámbéry als „Mejdani Schah (Hauptplatz des Schah)“ bezeichnete Platz (heute offiziell bekannt als ‚Platz des Imams‘, pers. Maidān-i Imām) mit den ihn umgebenden Moscheen und dem Ali-Kapu-Palast (pers. ʿĀlī Qāpū),
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die Gärten und Paläste nahe dem Ali-Kapu-Palast, vor allem Tschehel Sotun (pers. Čihil Sutūn) und Hascht Behescht (pers. Hašt Bihišt),
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der Fluss Zayandeh Rud (pers. Zāyande Rūd) und die zum Fluss führenden Alleen,
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sowie das armenische Viertel (Neu-)Dschulfa (pers. Ǧulfa).
- 28 In einem Fall scheint er sogar einer Fehlinformation aufgesessen zu sein: So berichtet er, dass von (...)
17Interessant an diesem Kapitel ist, dass Vámbéry sich überwiegend auf eine relativ kurze Beschreibung beschränkte. Offenbar hielt er sich an den Grundsatz, den er in seiner Vorrede genannt hatte und hier noch einmal wiederholte: Dass die Sehenswürdigkeiten Isfahans bereits hinreichend beschrieben worden seien und eine Beschreibung seinerseits nichts Neues enthalten könne28.
18Bei der Lektüre des Kapitels lässt sich ein Merkmal feststellen, das charakteristisch für Vámbérys Beschreibung von Isfahan ist und den Eindruck, den er offenbar dem damaligen europäischen Leser vermitteln wollte, entscheidend prägt: So ist das Bild, das Vámbéry von Isfahan zeichnete, hauptsächlich das einer Stadt im Niedergang. Vámbéry war sich der tiefgreifenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen bewusst, die mit dem Verlust des Status als Hauptstadt nach dem Ende der Safawiden-Dynastie im Jahr 1722 einhergingen, und sah den Verfall vieler Gebäude mit eigenen Augen. Für ihn stand fest, dass Isfahan mit seinen Bauwerken während der Herrschaft der Safawiden in einem weit besseren Zustand gewesen sein musste und in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark verfallen war. Dieses Gefühl einer in seinen Augen glorreichen Vergangenheit in Kontrast zu einer weit weniger glanzvollen Gegenwart (auf die er durch seine Lektüre jedoch bereits vorbereitet war) drückte Vámbéry bereits im der Beschreibung Isfahans vorangehenden Kapitel aus, wenn er von seiner Anreise auf Isfahan berichtet:
Als ich am 13. September Morgens mich auf dem Wege befand, der mich bald in die einst prachtvolle Hauptstadt des grossen Abbas führen sollte, konnte ich trotz aller frühern Lektüre, über den Verfall, die Armuth und Ruinenmassen Isfahans die wachsende Neugier nicht unterdrücken. (MwuE, S. 156-157)
- 29 Malcolm verfasste das Werk The History of Persia. From the Most Early Period to the Present Time. L (...)
19Als „frühere Lektüre“ zitierte er an dieser Stelle (MwuE, S. 156-158) die Reisenden Jean Chardin (1643-1713, vgl. auch Anm. 15) und Sir John Malcolm (1769-1833)29, um seinen Eindruck zu belegen. Seine Sicht auf Isfahan als Stadt, die sich zwar im Verfall befinde, doch durchaus noch Spuren des Glanzes der Vergangenheit aufweise, drückte Vámbéry im folgenden Kapitel mit der Beschreibung der Sehenswürdigkeiten Isfahans in zahlreichen Varianten aus: So sprach er beispielsweise von „prachtvollen halb und ganz verfallenen Paläste[n]“ (MwuE, S. 165) oder verwendete Formulierungen wie „noch immer imposant“ (ebd., S. 160), „zur Zeit eines Abbas“ (ebd., S. 160), „ein verfallenes, doch immer noch herrliches Bauwerk“ (ebd., S. 162) oder „zur Zeit seiner Blüte“ (ebd., S. 162). Auf diese Weise erinnerte er den Leser ständig an die Vergangenheit, in der die Stadt bereits glanzvollere Tage gesehen habe. Es finden sich explizit auch ganze Sätze des Bedauerns, wie etwa die folgenden Beispiele zeigen:
In der Glanzperiode muss dieses wirklich eines der grossartigsten Schauspiele geboten haben. (MwuE, S. 160)
Ein fürchterlicher Kontrast zu dem früher grossen Isfahan, ein Kontrast, der sich oft und an vielen Orten dem betroffenen Auge des europäischen Reisenden zeigt […]. (MwuE, S. 161)
20Zum Ende seines Kapitels über die Sehenswürdigkeiten Isfahans zog Vámbéry folgendes Fazit:
Um zu den Gebäuden zurückzukehren, muss ich noch bemerken, dass es hie und da persische Grosse gibt, die, von patriotischem Eifer bewegt, die Monumente der Glanzperiode Neu-Irans oft mit bedeutenden Kosten dem eisernen Zahne der Zeit zu entziehen suchen. Auch der Schah lässt sich manchmal herbei, eines oder das andere ausbessern zu lassen, Wächter werden unterhalten, doch das hilft Alles nichts. Was im Oriente dem Verfalle nahet, das geht mit riesenhaften Schritten seinem Ende zu. Nichts kann seinen Lauf hemmen, und sollte Teheran noch lange statt des mehr passenden Isfahan Residenzstadt bleiben, so wird es dieser ehemaligen Hauptstadt Abbas des Grossen so ergehen, wie dem alten Rages, Ekbatana, Nischabur und andern im Mittelalter berühmten Orten. (MwuE, S. 167)
21Interessant ist, dass Vámbéry trotz der insgesamt eher negativen Schilderung Isfahans beim Abschied von der Stadt aber doch Trauer empfand; in einem Rückblick beim endgültigen Abschied formulierte er dies folgendermaßen:
Trotz aller Täuschungen war der Aufenthalt in dieser alten Stadt doch ein höchst angenehmer. Ich trennte mich nur schwer von derselben […], und ich muss noch heute hinsichtlich Isfahans sagen, was die Orientalen beim Anblicke einer alten Dame zu sagen pflegen, die in ihrer Jugend auffallend schön war: „Die Moschee ist in Ruinen, aber der Altar steht noch aufrecht,“ d. h. die Schönheit ist vergangen, aber Spuren einstigen Glanzes, der gleich einem Altare die Welt zur Anbetung herbeigelockt hat, sind noch immer sichtbar. (MwuE, S. 180)
„Die Isfahaner“: Der sunnitisch-schiitische Konflikt und Personen-beschreibungen bei Vámbéry
22Im folgenden Kapitel mit dem Titel „Die Isfahaner“ (MWuE, S. 168-177) beschrieb Vámbéry die Bevölkerung und verschiedene Personen, mit denen er während seines zweiwöchigen Aufenthalts in der Stadt in Kontakt gekommen war. Er berichtete beispielsweise von einem Treffen im Haus einer der wichtigsten religiösen Persönlichkeiten Isfahans (pers. imām-i ǧumʿa), an dem dieser, dessen Sohn und andere Intellektuelle teilgenommen hatten. Ebenso erzählte er dem Leser von einigen Abenden, die er in Begleitung eines religiösen Sängers verbracht hatte; diesen hatte er zuvor in der Karawane auf dem Weg nach Isfahan kennengelernt.
- 30 MWuE, S. 153-154.
- 31 Ebd.
- 32 Ebd., S. 169.
- 33 Ebd., S. 170.
- 34 Ebd., S. 72-73, 75-80 und 85-86.
- 35 Ebd., S. 131-133.
- 36 Ebd., S. 52.
23Bei der Beschreibung der Bewohner Isfahans lassen sich zwei charakteristische Merkmale identifizieren, die sich in ähnlicher Form auch in anderen Teilen des Reiseberichts wiederfinden: Dies ist einerseits eine pauschale Kategorisierung bei der Beschreibung ethnischer und anderer Gruppen sowie andererseits die Darstellung des Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten. Letzteren erwähnt Vámbéry an verschiedenen Stellen des Buchs, meist, wenn er in seiner Rolle als osmanischer, d. h. sunnitischer Derwisch mit schiitischen Personen aneinandergerät. Mit den übrigen Mitgliedern seiner Karawane nach Isfahan hatte er daher einen „gegenseitigen Vertrage“ geschlossen, dass „täglich nur einmal“ über religiöse Fragen debattiert werden solle, „und zwar dieses nach dem Morgengebete“30. Diese Beschränkung sei notwendig gewesen, „da derartiger Wortwechsel sehr häufig in Leidenschaft ausartete und jede muntere Konversation verbannte“31. Auch während seines Aufenthalts in Isfahan begegneten ihm teils Personen, die mit ihm über religiöse Fragen debattieren wollten32. Gleichzeitig sprach auch der bereits erwähnte religiöse Würdenträger, der Vámbéry bewirtete, die Differenzen an, lobte jedoch den osmanischen Sultan dafür, dass er für die Schiiten die Pilgerfahrt nach Mekka und Medina erleichtert habe33. An anderer Stelle beschreibt Vámbéry sehr detailliert verschiedene schiitische Bräuche und Orte, wie etwa die Moharrem-Feierlichkeiten34, eine Totenkarawane nach Kerbela (Karbalāʾ)35 oder die – Europäern gewöhnlich verschlossenen – Heiligtümer in Qom (Qum). Auch wenn er an einigen Stellen den Schiiten beispielsweise „einen wildern Fanatismus, eine grellere Hypokrisie“36 und anderes unterstellte, ist seine Beschreibung doch relativ differenziert und bot dem damaligen europäischen Leser vermutlich Einblick in Einzelheiten des schiitischen Glaubenslebens, die ihm eher unbekannt waren.
- 37 Ebd., S. 168.
- 38 Ebd.
24Sehr pauschal fällt hingegen die Charakterbeschreibung der Bewohner von Isfahan aus. Bereits im ersten Satz des Kapitels spricht Vámbéry davon, dass ihm „der Ruf der Scharfsinnigkeit, der Schelmerei und des unbändigen Muthwillens der Isfahaner“ schon aus Istanbul bekannt sei; dies sei der Grund dafür, dass er sich bemüht habe, sich „so viel als möglich unter alle Schichten des Volkes mengen zu können“37. Seiner Meinung nach gebühre ihnen dieser Ruf mit Recht, und die Isfahaner seien „im Grunde genommen ein höchst interessantes Volk“38. Diese Pauschalisierung ist typisch für Vámbéry, der auch in den übrigen Teilen seines Buchs ein essentialistisches Verständnis von Ethnie vertritt und häufig Charaktereigenschaften bestimmter Volksgruppen oder auch des ‚Orientalen an sich‘ bzw. des ‚Europäers an sich‘ beschreibt. Vámbérys Urteil über ‚den Orient‘ bzw. ‚die Orientalen‘ fällt negativ aus, wo immer er ein solches trifft; um nur einige Beispiele zu zitieren:
Dem Orientalen fällt dieses am allerwenigsten auf, er ist wie ein Kind und liebt stets das Räthselhafte und Verborgene. (MwuE, S. 9)
Die Orientalen jedoch, Freunde der Exageration […]. (MwuE, S. 32)
Im Oriente, wo Alles, selbst im zartesten Kindesalter nur auf Verstellung gegründet ist, wo alle Wahrheit als langweilig, als geschmacklos, als unvortheilhaft vermieden wird, kann man umsonst sein Auge mit dem Glase der schärfsten Einsicht bewaffnen, denn man wird der Täuschung nur schwer entgehen. […] nur vor einem Unbedeutenden oder Unangesehenen wird sich der Orientale im wahren Lichte zeigen. (MwuE, S. 66)
Der Orientale ist in Allem stereotyp. So wie seine Anschauungen den Veränderungen der Jahrhunderte trotzen, so meint er auch, dass Lokalitäten gewisse Eigenheiten nie verlieren können […]. (MwuE, S. 187)
- 39 Vgl. beispielhaft etwa die folgende Passage: „In der Einsamkeit [der Karawane] malte sich meine Pha (...)
25Dieses negative Urteil provoziert geradezu die Frage, warum Vámbéry sich überhaupt in ‚den Orient‘ begeben hat, wenn er dort fast ausschließlich Schlechtes wahrzunehmen scheint. An mehreren Stellen vergleicht er seine realen Erlebnisse mit den Erwartungen, die er nach dem, was er vor seiner Reise gelesen und gehört hat, aufgebaut hat, und der Vergleich fällt eigentlich immer zu Ungunsten der gegenwärtigen Realität aus. Offenbar hatte Vámbéry aus seiner Lektüre unrealistische, idealistische Erwartungen gewonnen, auch wenn er sich an einigen Stellen durchaus auch über Erlebtes freuen konnte39.
- 40 Nach dem Brockhaus Conversations-Lexikon von 1809: ‚die guthmütige Offenheit, der Biedersinn‘. <http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/B/Die+Bonhommie> [05</http> (...)
- 41 MWuE, S. 13.
- 42 Ebd.
- 43 Ebd., S. 73.
- 44 Ebd., S. 181.
- 45 Ebd., S. 44.
- 46 Ebd., S. 190.
26Auch in Äußerungen über einzelne Volksgruppen zeigt Vámbéry größtenteils diese negative Grundeinstellung sowie eine fehlende Fähigkeit zur Differenzierung. So schreibt er beispielsweise, dass „Bonhommie“40 ein Charakterzug sei, „der die ganze türkische Race von einem Ende Asiens bis zum andern mehr oder weniger kennzeichnet“41; dadurch würden die Türken „von den schlauen und gewinnsüchtigen Armeniern und Griechen übervortheilt“ und müssten als „Schatten mittelalterlicher Gesellschaft […] verschwinden“42. Die Perser charakterisiert Vámbéry u. a. als (mit einem negativen Unterton) „gesprächig“43 sowie als „dieses allerfeigste Volk ganz Asiens“, das „schon durch den fernsten Schatten an allen Gliedern gelähmt werden“ könne44. Andererseits spricht er ihnen jedoch Talent zum Handeln zu und bemerkt, dass „diese heissblütigen Ostländer, was die Kunst der Ueberredung betrifft, selbst die Chinesen übertreffen“45. Der „Charakter der Einwohner beurkundet im Temperamente Vieles, was auf das heisse Klima der südlichen Heimat hinzeigt“: So sei „der Perser im Allgemeinen sehr lebhaft in seinen Bewegungen, sehr regsam und phantasiereich“46.
- 47 Vámbéry begründet diesen Vergleich damit, dass „das Leben in der Residenz ein treues Bild von der L (...)
- 48 Ebd., S. 95.
- 49 Ebd., S. 96.
- 50 Ebd., S. 97.
- 51 Ebd.
- 52 Ebd., S. 97-98.
- 53 Ebd., S. 98-99.
- 54 Ebd., S. 99-100.
- 55 Ebd., S. 101-102.
- 56 Ebenso fehlt ein deutlicherer Hinweis darauf, dass seine Wahrnehmung getrübt sein könnte durch die (...)
- 57 Ebd., S. 41.
27Ein längerer Vergleich, den er anlässlich seines Aufenthalts in Teheran zwischen dem dortigen Leben und demjenigen, wie er es in Istanbul kennengelernt hat, anstellt,47 fällt deutlich zugunsten der türkischen Seite aus. Sowohl Haushalt als auch Kleidung würden von den Persern in puncto Reinlichkeit vernachlässigt, und „Ungeziefer, welches in der Türkei selbst bei der Mittelklasse als verächtlich angesehen wird, pflegt man in Persien in den höchsten Kreisen anzutreffen“48. Die Bäder in der Türkei seien in wesentlich besserem Zustand, Speisen und „die Art des Geniessens“ seien „in der Türkei weit appetitlicher“49; lediglich in puncto „Sittenfeinheit“, die zwar „nur in äusserlichen Gestikulationen, in Redensarten, in Umgangsmanieren anzutreffen“ sei, überträfen „die Perser wirklich alle Orientalen und ich möchte sagen auch alle Occidentalen“50. Dennoch seien „die hyperbolischen Ausdrücke der Zartheit und Höflichkeit […] um so mehr lächerlich, wenn wir den höchst ungewaschenen Zustand der innern Verhältnisse des persischen Hauslebens kennen“51. Ebenso negativ beurteilte Vámbéry die äußere Erscheinung der persischen Frauen52, das in seinen Augen übertriebene Auftreten höhergestellter Perser in der Öffentlichkeit53, das seiner Meinung nach fehlende Loyalitätsgefühl gegenüber dem Herrscher54 sowie die „sittlichen Zustände“ bei abendlichen Zusammenkünften, die „eher [mit] Orgien verglichen werden“ können55. An keiner Stelle von Vámbérys Beschreibung findet sich jedoch ein Hinweis darauf, dass die von ihm beschriebenen Merkmale und Zustände wenn auch eventuell auf große Teile, so doch nicht auf die gesamte Bevölkerung zutreffen könnten56. Was den Vergleich mit der Türkei angeht, so betont Vámbéry, dass „in türkischen Städten […] die Spuren der Berührung mit dem Westen mehr oder weniger anzutreffen“ seien und dass „die im Abendlande berühmten Bazare Konstantinopels so blutarm an orientalischen Charakterzügen“ seien. In Persien hingegen sei „noch Alles rein orientalisch, so wie es vor 1000 Jahren war, so wie wir orientalische Städte in 1001 Mährchen geschildert sehen, ja ganz so wie ich das Städteleben im Osten mir vorstellte“; er will dies jedoch ausdrücklich nicht als „Eindruck des Schönen und Erhabenen“ verstanden wissen57. Auch hier findet sich keine Differenzierung zwischen verschiedenen Städten, Stadtteilen o. ä., in denen die Verhältnisse vermutlich nicht überall gleich waren.
- 58 Ebd., S. 15. Vgl. hierzu auch die Beschreibung eines kurdischen Jungen, der für Vámbéry durch „die (...)
28Ebenso neigt Vámbéry stark zu Verallgemeinerungen, was die äußeren Merkmale von Menschen angeht: So sehe der „Osmanli“ durch „eine starke Amalgamation griechisch-armenisch-arabischen Blutes“ nicht wie ein Asiate, sondern wie ein Europäer aus, wohingegen man, wenn man „einem Kurden zu Pferde begegnet, der mit seiner vom Rossschweif bekränzten Lanze, fantastischem Turban und weissem Burnus, welcher von dem stark gebräunten wilden Antlitz absticht, mit Luchsaugen den Bazar durchspähend“, „es ahnen müsse […], dass man es bald mit Asiaten vom reinsten Typus zu thun haben wird“58. Nach Vámbérys Ansicht wird das Aussehen auch durch die klimatischen Bedingungen bestimmt, die sich jedoch nicht nur auf das Äußere der jeweiligen Völker auswirkten, sondern auch auf ihren Charakter: So trüge bei den Persern
- 59 Ebd., S. 190.
nicht nur die Gesichtsfarbe […] die Spuren der heissern Sonne, sondern selbst die Gefühle sind wärmer, das Blut ist aufbrausender, und so wie seine Sprache mehr poetisch, mehr schwungvoll ist, ebenso reich ist seine Rede an Betheuerungen, Exaltationen, besonders aber in den häufigen Schwüren.59
- 60 Ebd.
29Dies veranlasste Vámbéry dazu, einen Vergleich zu Italienern und Spaniern zu ziehen, da man „in allem seinem Gebahren den echten Südländer erkennen“ könne60. Er zog daher folgendes Fazit:
Ja, die Sonne und das Klima ist es und nicht so sehr soziale und historische Verhältnisse, die den Menschen umgestalten. Letztere üben unstreitig einen mächtigen Einfluss aus, doch die Hauptformen und prägnanten Farben verleihen die erstern. Ob Christen, Mohamedaner oder Vischnuanbeter, ob Lateiner, Perser oder Indier, so haben doch die Kinder eines und desselben Himmelstriches überall etwas Gemeinschaftliches miteinander. (MwuE, S. 191)
- 61 Vgl. beispielsweise ebd., S. 22, 29, 61-63, 65.
30Wie dies allerdings letztlich mit seiner Ansicht vom ‚Orientalen an sich‘ zusammenpasst, erläutert Vámbéry an dieser Stelle nicht. Ebenso spricht er jedoch häufig vom ‚Europäer‘, ‚europäischen Reisenden‘ o. ä.61, ohne genauer zu differenzieren.
Vámbérys Selbstbild: Ungar, Europäer, osmanischer Derwisch oder ‚von allem ein bisschen‘?
- 62 Zur Identitätsfrage bei Vámbéry vgl. auch Bartholomä, Von Zentralasien nach Windsor Castle, S. 97-1 (...)
31An Stellen, an denen Vámbéry von ‚Europäern‘ spricht, wird deutlich, dass er sich einerseits mit diesen identifiziert, jedoch andererseits auch häufig versucht, sich zu distanzieren. Es ergibt sich der Eindruck, dass Vámbéry sich zwar als Europäer und der europäischen Zivilisation zugehörig fühlt, aber gleichzeitig eine besondere Verbundenheit auch mit einer nicht näher definierten ‚türkisch-muslimisch-orientalischen‘ Identität betont, die sich seiner Meinung nach vor allem aus seinen während seines Aufenthalts in Istanbul und seiner Reisen erworbenen Kenntnissen von Sprachen und Bräuchen ergibt62.
- 63 Ebd., S. 32.
- 64 Ebd., S. 54-55.
- 65 Ebd., S. 232-234.
- 66 Ebd., S. 29.
32So berichtet er jeweils erfreut von einem Treffen mit einem ungarischen Landsmann63, zwei deutschen Schweizern64 und einem schwedischen Arzt in Schiras65, denen er sich besonders verbunden fühlt. Gleichzeitig möchte er jedoch nicht zu den typischen „europäischen Touristen“ gezählt werden. Dies zeigt sich beispielsweise, wenn er berichtet, dass letztere, „die nur den Aeusserlichkeiten nach urtheilen, vom orientalischen Typus hingerissen sind“, doch gleichzeitig im nächsten Satz betont, dass ihn selbst die „trüglichen Bilder nur wenig ergötzen“ konnten66; auf diese Weise grenzt er sich deutlich ab.
33Seine Zerrissenheit zwischen den verschiedenen Identitäten bringt er deutlich an der Stelle zum Ausdruck, an der er seinen Übertritt der Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und Persien beschreibt:
[…] so konnte ich doch, als wir auf persischem Boden vordrangen, einige Gefühle der Wehmuth über den Abschied von der Türkei nicht unterdrücken. Die Türkei, seit mehr als vier Jahren mein Aufenthaltsort, ist durch Aneignung der Sprachen, Sitten und Gebräuche, durch stete Berührung mit den Türken mir beinahe eine zweite Heimat geworden und so schwer die Trennung von europäischem Leben mir fiel, als ich in die Türkei mich begab, so schwer schien es mir jetzt, als ich bei Betreten eines fernern östlichen Landes dem Nachbarlande meines vaterländischen Bodens Lebewohl sagen musste. (MwuE, S. 35)
- 67 Ebd., S. 54.
- 68 Ebd., S. 55.
- 69 Vgl. etwa ebd., S. 35, 51, 94 u. a.
- 70 Ebd., S. 136, 170 u. a.
34Ebenso schreibt Vámbéry, dass ihm während seines Aufenthalts in Täbris deutlich geworden sei, „wie sehr ich im orientalischen Elemente lebte“ und dass er sich aus diesem Grund bereits dort, obwohl noch relativ am Anfang seiner Reise, „nach abendländischem Leben“ zurückgesehnt habe67. Gleichzeitig sei er jedoch im Gegensatz zu anderen Europäern in der Lage gewesen, „gewisse Landesverhältnisse und Sitten […] im Lichte der Eingebornen“ zu sehen – und falls der Leser ihm seine „zweideutige Rolle […] als Untugend anrechnen sollte“, so müsse er doch gestehen, dass er „gerne diesen Tadel ertrage für den Genuss des wahren Einblickes in Sitten und Leben des Landes, für den Vorrath an Erfahrungen, den ich über östliche Völker vom Bosporus bis Samarkand gesammelt habe“68. Hier wird deutlich, dass Vámbéry stolz auf seine „Kenntnis der Sitten und Sprachen des Landes“ ist, wie er auch an einigen anderen Stellen des Buches betont69. Die Tatsache, dass er nahezu alle von seinem Inkognito überzeugen kann und nur selten Misstrauen weckt, erfüllt ihn deutlich mit Stolz70. Dies zeigt auch das folgende Zitat:
Südpersien […] hatte ich selbst in den kühnsten Bildern meiner Hoffnungen mir nicht auszumalen gewagt. Vor einigen Jahren noch war ein Verspaar persischer Dichter genügend, mich in die grösste Extase zu versetzen und jetzt reise ich hier als Orientale unter Stockorientalen in einer Weise, wie es nur wenigen Europäern vergönnt war. (MwuE, S. 126)
- 71 Vgl. beispielsweise ebd.: S. 139-140: „Wenn ich mich nicht irre, so war ich auch der erste Europäer (...)
- 72 Ebd., S. 24.
35Die besonderen Einblicke, die er hierdurch beispielsweise in Qom, aber auch an anderen Stätten seiner Reise bekommt, betont er an den jeweiligen Stellen seines Textes71. Zudem bringt es nach seiner Beschreibung seine Rolle als Efendi auch mit sich, dass er noch auf dem Gebiet des Osmanischen Reichs als Autorität auftreten kann und so ein Ausrauben der Karawane verhindert72. Die Tatsache, dass er sich nicht auf eine Identität hat festlegen lassen, hat also handfeste Vorteile für seine Reisegefährten und vor allem für ihn. All dies verdankt er seiner Darstellung nach vor allem seinen Kenntnissen der orientalischen Sprachen, die er sich in jahrelanger Mühe angeeignet hatte und die er auch immer wieder in den Text einfließen ließ.
Der Gebrauch von Fremdwörtern als Stilmittel
36In Vámbérys Beschreibung seiner Reise nach Südpersien findet sich ein spezielles Charakteristikum, das vermutlich insbesondere den zeitgenössischen europäischen Leser fesseln sollte: Vámbéry nutzte zahlreiche persische Wörter sowie solche arabischen und türkischen Ursprungs. Viele dieser Ausdrücke werden dem damaligen europäischen Leser unbekannt gewesen sein; die meisten werden daher von Vámbéry definiert oder beschrieben, andere stehen jedoch isoliert da, so dass es der Fantasie (oder dem Wissen) des Lesers überlassen bleibt, sich darunter etwas vorzustellen. Dies ist etwa der Fall, wenn Vámbéry seine Kleidung beschreibt, das „Kostüme eines Bagdader sunnitischen Derwisches“:
Es war am 2. September 1862, als ich […] mit langem, bis zu den Fußzehen reichenden Entari, mit einem rothen Gürtel und einem schwarz gestreiften Maschlach gekleidet, den Kopf aber mit der eben so zierlichen, als zweckmässigen Keffie umwunden, durch das Thor Schah Abdul Azim [aus Teheran] herauszog. (MwuE, S. 124)
- 73 Für letzteres würde die Tatsache sprechen, dass alle Ausdrücke in zeitgenössischen Enzyklopädien ve (...)
- 74 MWuE, S. 121.
- 75 Ebd., S. 125.
- 76 Ebd., S. 128.
37Es ist unklar, ob Vámbéry annahm, dass seine Leser die Wörter Entari, Maschlach und Keffie kannten oder zumindest leicht nachschlagen konnten73. Offenbar wollte er jedoch mit ihrer Verwendung eine bestimmte Atmosphäre schaffen und erachtete es nicht für zwingend notwendig, den Leser in jedem Fall über die genaue Bedeutung der Ausdrücke in Kenntnis zu setzen. In anderen Fällen scheint er sich des Problems bewusst gewesen zu sein und gibt Übersetzungen bzw. kurze Erklärungen in Klammern, wie etwa im Fall der Ausdrücke „‚Frengi (Europäer)“74 oder „Rauzechan (Religionssänger)“75. An einigen Stellen schlüsselt Vámbéry auch bestimmte Ausdrücke oder Ortsnamen genauer auf, wie beispielsweise im Fall des Dorfes „Kenaregird“76, das er als „Saum des Sandes“ ins Deutsche übersetzt. Dies erweckt zum Teil auch den Eindruck, als wolle er seine Kenntnisse der persischen Sprache beweisen durch die beiläufige Verwendung von Ausdrücken oder interessante Details, die er in Form von Übersetzungen sozusagen nebenbei in den Text einfließen ließ. Eventuell dachte Vámbéry hier auch an potentielle Rezensenten oder Kritiker, die bezweifeln könnten, dass er tatsächlich nach Persien und Mittelasien gereist sei. Solche kritischen Stimmen hatten sich nach dem Erscheinen seines 1864 erschienenen Buches Travels in Central Asia zu Wort gemeldet. Möglicherweise wollte Vámbéry auch durch die relativ häufige Verwendung originalsprachlicher Ausdrücke bereits einer solchen Kritik vorbeugen.
Reaktionen auf Vámbérys Reisebericht in Europa
- 77 Knüppel listet in seiner Bibliographie unter dem Punkt „Rezensionen von Werken Á. Vámbérys“ vier de (...)
38Reaktionen auf Vámbérys Bericht seiner Reise nach Südpersien erschienen bald nach der Publikation von Meine Wanderungen und Erlebnisse in Südpersien in Form von Besprechungen in europäischen wissenschaftlichen Zeitschriften77. Insgesamt traf Vámbérys Buch bei den Rezensenten auf große Zustimmung, ja sogar Begeisterung.
- 78 [Anon.]: „[Rez. zu:] Hermann Vambery’s Wanderungen und Erlebnisse in Persien“. In: Globus 12 (1867) (...)
- 79 Anon.: „[Rez. zu:] Hermann Vambery“, S. 374.
- 80 Ebd.
- 81 Ebd., S. 175.
- 82 Ebd.
39Eine erste Besprechung wurde (ohne Angabe eines Verfassers) bereits im Jahr des Erscheinens, also 1867, in der Zeitschrift Globus veröffentlicht78. Der anonyme Rezensent lobte Vámbérys Buch, auch wenn er direkt zu Beginn seiner Besprechung betonte, dass es sich aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer nur um „Eindrücke, welche der Reisende auf seinen Streifzügen durch das iranische Land empfängt“, handeln könne79. In der Besprechung wird Vámbérys Buch verglichen mit dem 1865 erschienenen zweibändigen Werk Persien, das Land und seine Bewohner von Jakob Eduard Polak (1818-1891), der sich zwischen 1851 und 1860 in seiner Funktion als Mediziner in Persien aufgehalten hatte. Aus dem jahrelangen Aufenthalt ergebe sich natürlich ein ganz anderer Typ Buch, doch Vámbéry behandele „denselben Stoff ganz ausgezeichnet“ und sei „in vieler Beziehung als eine psychologische Ergänzung von Polak’s Werke [zu] bezeichnen“80. Trotz der Tatsache, dass bereits viele Darstellungen der von Vámbéry beschriebenen Städte existierten, sei es Vámbéry gelungen, diese „in so eigenthümlicher Weise, wie kein Anderer vor ihm“ zu schildern81. Vámbérys Beschreibung enthalte „eine ganz ungemeine Frische und Unmittelbarkeit“, er habe „ein merkwürdig feines Beobachtungstalent“: „Mit einigen leichten Strichen weiß er einen ganzen Typus zu kennzeichnen“. Trotzdem vermeide Vámbéry es, Überflüssiges und Abschweifungen vorzubringen, so dass „die Erzählung dessen, was er erlebt und gesehen, […] immer einfach und stets anziehend“ sei82.
- 83 L.: „[Rez. zu:] Vámbéry, H.: Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien“. In: Mittheilungen aus Ju (...)
- 84 Anon.: „[Rez. zu:] „Vámbéry, Herm., meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien. Nach der ungarisch (...)
40Der nur mit dem Kürzel „L.“ bezeichnete Autor einer in der Zeitschrift Mittheilungen aus Justus Perthes‘ Geographischer Anstalt erschienenen Rezension würdigte ebenfalls, dass Vámbéry seine Erlebnisse „auf eine anziehende Weise in dem vorliegenden Buche niedergelegt“ habe83. Auch der Verfasser einer Rezension in der Zeitschrift Literarisches Centralblatt von 1868 hob hervor, Vámbérys Schilderung sei „einfach, aber lebendig und anziehend“84.
- 85 L., „[Rez. zu:] Vámbéry“, S. 183.
- 86 Damit scheint den Rezensenten das Einstreuen persischer Ausdrücke (vgl. Abschnitt 7) als hinreichen (...)
- 87 Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1868), Kol. 944.
- 88 L.: „[Rez. zu:] Vámbéry“, S. 183.
- 89 Richard Andree: „Hermann Vámbéry’s neue Reisebilder aus dem Orient“. In: Blätter für literarische U (...)
- 90 Ebd., S. 390.
41Vámbéry wurde im Literarischen Centralblatt als „der kühne, gewandte, namentlich mit umfassenden Sprachkenntnissen ausgerüstete Ungar“ bezeichnet; in einer anderen Rezension wurde ebenfalls „seine Kenntniss der Persischen Sprache, des Koran und der Gebräuche der Perser“85 gelobt86. Vámbéry habe sich „in Konstantinopel […] nach längerem Aufenthalte mit Religion, Sitten und Sprachen der Mohammedaner vertraut gemacht“87. Allerdings bemerkte ein Rezensent, dass Vámbérys häufige Vergleiche zwischen der Türkei und Persien häufig zugunsten des ersteren Landes ausfielen88. Letzteres hob in einer Besprechung, die 1868 in der Zeitschrift Blätter für literarische Unterhaltung erschien89, auch der Geograph und Ethnograph Richard Andree (1835-1912) hervor. Vámbéry sei durch seinen mehrjährigen Aufenthalt in der Türkei stark geprägt, so dass seine Anerkennung für die Türken sich durch seine ganzes Werk hindurch finde. Die „Schilderung persischer Niederträchtigkeit“ ziehe sich „wie ein rother Faden“ durch Vámbérys Buch90.
42Insgesamt wird Vámbérys Werk jedoch trotz dieses Kritikpunkts auch von Andree sehr gelobt. Vámbéry habe zwar sein Werk „selbst in seiner Vorrede am besten“ kritisiert, doch sei er
- 91 Ebd.
hier viel zu bescheiden; denn so werthvolle Werke wir auch über Persien besitzen, namentlich seit Polak und Khanikow: einen besondern Reiz behält Vámbéry’s Reise doch schon um deswillen, weil er das ganze Land als türkischer Efendi durchwanderte und so Gelegenheit fand, den Sektenhaß zu beobachten, welcher in dem schiitischen Iran gegenüber der sunnitischen Türkei herrscht.91
- 92 Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1868), Kol. 944.
- 93 Andree: „Hermann Vámbéry’s neue Reisebilder“, S. 390.
43Im vorliegenden Reisebericht sei zwar „ein besonderes wissenschaftliches Interesse […] nicht vertreten“92, dennoch sei anzuerkennen, dass Vámbéry vielseitig interessiert sei: Er habe „als Ethnograph, als Linguist, als Politiker geforscht“ und „immer neue werthvolle Beiträge entquellen seiner Feder“93.
44Aus den Rezensionen entsteht insgesamt der Eindruck, dass die Rezensenten Vámbérys Charakterisierung seines Buches folgen, die er im Vorwort und späteren Teilen des Buches gab: Dass sein Reisebericht zwar vielleicht wenig Neues über die besuchten Orte enthalte, aber doch Einblicke in die religiösen Verhältnisse und hier insbesondere dem Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten aus einer ungewohnten Perspektive gebe, nämlich der eines osmanischen Derwischs. Vámbérys Wunsch, sich von anderen Berichten abzuheben, indem er betonte, dass er eben nicht als europäischer Reisender, sondern als Reşid Efendi aus Istanbul unterwegs gewesen sei, scheint sich damit erfüllt zu haben.
Abschließende Bemerkungen
45Vámbérys Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien ist ein interessantes Beispiel dafür, wie auch Berichte von Reisen in bereits vorher vermeintlich erschöpfend beschriebene Gegenden interessante Einblicke geben können. Obwohl Vámbéry bei seiner Beschreibung von ethnischen und anderen Gruppen häufig pauschal und wenig differenziert vorging, bot sein Bericht doch viele interessante Details über das schiitische Leben in Persien, die er aus seiner spezifischen Perspektive, nach jahrelangem Aufenthalt in sunnitischen Kreisen von Istanbul, wahrnahm und beschrieb. Vámbérys Bemühen, diesen speziellen Aspekt bereits im Vorwort seines Buchs hervorzuheben und im anschließenden Bericht auszuarbeiten, wurde von zeitgenössischen Rezensenten gelobt, ebenso wie seine lebendige Art des Erzählens. Vámbéry leistete so zur Mitte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung von Wissen über Persien in Europa.
Notes
1 Die Angabe von Städte- und Ländernamen erfolgt in der jeweils im Deutschen gebräuchlichen Form; falls die jeweilige heutige landessprachliche Bezeichnung abweichend ist, wird diese bei der jeweils ersten Nennung zusätzlich in Klammern angegeben. Die persischsprachigen Ortsangaben sowie weitere Begriffe, Eigennamen und Werkstitel werden nach den von der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (Die Transliteration der arabischen Schrift in ihrer Anwendung auf die Hauptliteratursprachen der islamischen Welt. Wiesbaden 1969) empfohlenen Richtlinien wiedergegeben.
2 Vgl. hierzu genauer Abschnitt 3 dieses Beitrags. Zitiert wird aus folgender Ausgabe: Arminius Vámbéry: Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien. Pest 1867. Online verfügbar unter <http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10430744-1> [5.3.2017]. Im Folgenden zitiert als: MWuE.
3 Der folgende Abschnitt basiert auf der Darstellung Vámbérys in seinen Autobiographien: Vgl. das Kapitel „I. Early Years“ aus The Life and Adventures of Arminius Vambéry. Written by Himself. London 19149, S. 1-10, sowie aus The Story of My Struggles. The Memoirs of Arminius Vambéry. London 19052, die Kapitel „I. My Antecedents and Infancy“, S. 3-31; „II. Juvenile Struggles“, S. 35-67; „III. The Private Tutor“, S. 71-103; vgl. auch Ruth Bartholomä: Von Zentralasien nach Windsor Castle. Leben und Werk des Orientalisten Arminius Vámbéry (1832-1913). Würzburg 2006, S. 5-16. Zum weiteren Leben Vámbérys, auf das im Rahmen dieses Beitrags nicht weiter eingegangen wird, vgl. ebenfalls in diesen Quellen.
4 Vámbéry: The Story of My Struggles, S. 61.
5 Diesen trifft Vámbéry 1862 auf seinem Weg nach Teheran in Erzurum wieder; vgl. hierzu MwuE, S. 15.
6 Dieses Misstrauen hatte beispielsweise 1842 zur Hinrichtung der Briten Charles Stoddart und Arthur Conolly im Emirat von Buchara geführt; vgl. Geoffrey Hamm: „Revisiting the Great Game in Asia: Rudyard Kipling and Popular History“. In: International Journal 68/2 (2013), S. 395-402, hier S. 397. Der Missionar Joseph Wolff (dessen Erlebnisse auch Vámbéry in einem längeren Abschnitt behandelt, vgl. MWuE, S. 55-58) entging diesem Schicksal bei seinem Aufenthalt im Jahr 1845 hingegen.
7 Graf Emil Dessewffy (1814-1866), ungarischer Politiker, bekleidete das Amt des Präsidenten von 1855 bis zu seinem Tod 1866; vgl. Ulrike Kramme (Hg.): Ungarisches Biographisches Archiv, Bd. 140. München 1999, S. 327-346.
8 Sultan Aḥmad Khan, der Schwiegersohn des afghanischen Herrschers Dūst Muḥammad und dessen Vasall in Herāt, hatte sich unter die Souveränität des Schah von Persien gestellt (vgl. Arminius Vámbéry: Reise in Mittelasien von Teheran durch die Turkmanische Wüste an der Ostküste des Kaspischen Meeres nach Chiwa, Bochara und Samarkand. Leipzig 1865, S. 6). Dūst Muḥammad griff daraufhin Herāt an und brachte es 1863 unter seine Kontrolle (vgl. Amin H. Tarzi: „Dōst Moḥammad Khan“. In: Ehsan Yarshater (Hg.): Encyclopaedia Iranica, Bd. vii. Costa Mesa 1996, S. 523-524, hier S. 524). Vámbéry hatte, wie er schrieb, schon vor seiner Abreise aus Istanbul von den Vorfällen gehört, erkannte aber erst in Teheran den wirklichen Ernst der Lage und musste einsehen, dass es besonders für einen Europäer unmöglich war, „in jener wilden asiatischen Gegend“ zu reisen (vgl. Vámbéry: Reise in Mittelasien, S. 6).
9 Vámbéry: The Story of My Struggles, S. 175: „So I was obliged, to avoid further inactivity, to find another opening and a new field of labour. As the study of the Aryan languages was not at all in my programme, there seemed no object in my going to South Persia. But I durst not break off the hardening system I had commenced, and I had already grown so fond of the excitement of venturesome expeditions that the dry saddle, dry bread, and dry soil were more to my taste than all the luxury, riches, and wealth of the hospitable Turkish Embassy.“ Dt. Übers. R. B.
10 Vgl. hierzu Anmerkung 2 und Abschnitt 3 dieses Beitrags.
11 MWuE, S. 123.
12 Ebd.
13 Der Zusatz „Nach der ungarischen Original-Ausgabe“ im Titel weist darauf hin, dass die ungarische Ausgabe zuerst erschienen sein muss; dies geschah unter dem Titel Vándorlásaim és élményeim Persiában ebenfalls 1867 in Pest. Ein Reprint der deutschen Ausgabe wurde 1979 in Nürnberg veröffentlicht, ein Neudruck der ungarischen Ausgabe erfolgte 2005 in Dunaszerdahely (heute Dunajská Streda, Slowakei), der Stadt, in der Vámbéry während seiner Kindheit einige Jahre verbrachte und die er in seiner Autobiographie als „my adopted native town“ bezeichnete (Vámbéry: The Story of My Struggles, S. 10).
14 Dr. Jószef Budenz (1836-1892) untersuchte in seiner Forschung die Ursprünge der ungarischen Sprache – ein Interessensfeld, das er mit Vámbéry teilte, über das sich beide jedoch in den folgenden Jahren zerstreiten sollten (vgl. Bartholomä: Von Zentralasien nach Windsor Castle, S. 90-95, besonders S. 92-93).
15 MWuE, Vorrede, o. S. – Für frühere Reisende nannte Vámbéry einige Beispiele, darunter etwa Sir Jean (John) Chardin (1643-1713), Henry Creswicke Rawlinson (1810-1895) und John Macdonald Kinneir (1782-1830).
16 Ebd.
17 Der Bericht erschien 1864 im Londoner Verlag John Murray und wurde bereits ein Jahr später in deutscher, ungarischer, französischer, russischer, dänischer und schwedischer Übersetzung publiziert. Bis heute wurden Übersetzungen in weitere Sprachen, aber auch Neuauflagen früher Ausgaben veröffentlicht; vgl. genauer die Angaben bei Michael Knüppel: Ármin(ius) Vámbéry (1832-1913) – Versuch einer Personalbibliographie. Nordhausen 2015, S. 29-30.
18 MWuE, Vorrede, o. S.
19 Resa i persien. Lund 1869.
20 [Arminius Vámbéry:] „Persia“. In: Half Hours in Many Lands. With Many Illustrations. London 1883, S. 311-336.
21 Vgl. <http://www.khosrowsinai.com/?page_id=9> [05.03.2017].
22 Vgl. < http://www.ibna.ir/fa/doc/naghli/179892> [05.03.2017].
23 Vgl. <http://www.nlai.ir/> [05.03.2017].
24 Die französische Ausgabe erschien (als Übersetzung aus dem Englischen) unter dem Titel Voyages d’un faux derviche dans l’Asie centrale erstmals in Paris 1865; zu weiteren Ausgaben vgl. Knüppel: Vámbéry, S. 30.
25 Eine Suche im Katalog der Nationalbibliothek ergibt folgende Treffer, bei denen jeweils der französische Titel angegeben ist: Tihrān 1363 [1984/85], 1365 [1986/87], 1376 [1997/98] sowie 1378 [1999/2000]. Ein weiterer Treffer beinhaltet weder den französischen Titel noch eine Jahresangabe.
26 Arminius Vambéry: His Life and Adventures (erstmals: London 1884, zu weiteren Angaben vgl. Knüppel: Vámbéry, S. 56-57), in persischer Übersetzung: Tihrān 1372 [1993/94] und 1381 [2002/03].
27 Als Übersetzer angegeben: Ferīdūn Ismāʿīlī.
28 In einem Fall scheint er sogar einer Fehlinformation aufgesessen zu sein: So berichtet er, dass von den 40 Säulen, die den Palast Čihil Sutūn umgeben haben sollen, er „nur noch 20 gesehen“ habe, „die anderen 20 sollen verbrannt sein“ (MWuE, S. 163-164).
29 Malcolm verfasste das Werk The History of Persia. From the Most Early Period to the Present Time. London 1815. In Bd. 2 findet sich auf S. 521-522 die Stelle, die Vámbéry in MWuE auf S. 158 relativ frei wiedergibt.
30 MWuE, S. 153-154.
31 Ebd.
32 Ebd., S. 169.
33 Ebd., S. 170.
34 Ebd., S. 72-73, 75-80 und 85-86.
35 Ebd., S. 131-133.
36 Ebd., S. 52.
37 Ebd., S. 168.
38 Ebd.
39 Vgl. beispielhaft etwa die folgende Passage: „In der Einsamkeit [der Karawane] malte sich meine Phantasie die wunderbarsten Bilder aus. Ich liess meine Gedanken von Persien weit nach dem fernen Westen hin wandern, erinnerte mich an all jene Gestalten, in welchen ich den Orient, namentlich aber das alte Persien mir vorstellte, als ich noch zu Hause war. Ja, Vieles war anders, Vieles poetischer, als das, was die Gegenwart mir gewährte, und doch konnte ich eine tiefe Bewegung nicht unterdrücken, als ich einige Dorfbewohner […] anblickte. Mit den Konturen ihrer Gesichtszüge fielen mir die Illustrationen ein, die ich […] in den Werken Layard’s, Rawlinson’s und anderer Reisender sah und wie klopfte mein Herz, als ich nun die Originale, statt der frühern Kopien, vor mir hatte!“ (Ebd., S. 147).
40 Nach dem Brockhaus Conversations-Lexikon von 1809: ‚die guthmütige Offenheit, der Biedersinn‘. <http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/B/Die+Bonhommie> [05.03.2017].
41 MWuE, S. 13.
42 Ebd.
43 Ebd., S. 73.
44 Ebd., S. 181.
45 Ebd., S. 44.
46 Ebd., S. 190.
47 Vámbéry begründet diesen Vergleich damit, dass „das Leben in der Residenz ein treues Bild von der Lebensweise des ganzen Landes“ biete (ebd., S. 94-95).
48 Ebd., S. 95.
49 Ebd., S. 96.
50 Ebd., S. 97.
51 Ebd.
52 Ebd., S. 97-98.
53 Ebd., S. 98-99.
54 Ebd., S. 99-100.
55 Ebd., S. 101-102.
56 Ebenso fehlt ein deutlicherer Hinweis darauf, dass seine Wahrnehmung getrübt sein könnte durch die Tatsache, dass sein Aufenthalt in Teheran und anderen Städten Persiens von weit kürzerer Dauer war als die Zeit, die er in Istanbul verbracht hat.
57 Ebd., S. 41.
58 Ebd., S. 15. Vgl. hierzu auch die Beschreibung eines kurdischen Jungen, der für Vámbéry durch „die echt orientalischen Züge seines Gesichtes, die mit Hinnah stark rothgefärbten Haare seines Hauptes und die schwarz angestrichenen Augenbrauen […] wirklich ein schönes Modell der kurdischen Noblesse“ darstellte (ebd., S. 28).
59 Ebd., S. 190.
60 Ebd.
61 Vgl. beispielsweise ebd., S. 22, 29, 61-63, 65.
62 Zur Identitätsfrage bei Vámbéry vgl. auch Bartholomä, Von Zentralasien nach Windsor Castle, S. 97-104 sowie Miklós Sárközy: „At the Crossroads of Identity: Arminius Vámbéry – Oriental Traveller and Scholar“. In: Journal of Intercultural Inquiry 1/1 (2015), S. 69‑88. Nicht näher eingegangen werden kann hier auf Vámbérys enge Verbindung zum Judentum, die sich jedoch deutlich in seiner mitleidsvollen Beschreibung einer Begegnung mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Qom zeigt (vgl. MWuE, S. 145‑146).
63 Ebd., S. 32.
64 Ebd., S. 54-55.
65 Ebd., S. 232-234.
66 Ebd., S. 29.
67 Ebd., S. 54.
68 Ebd., S. 55.
69 Vgl. etwa ebd., S. 35, 51, 94 u. a.
70 Ebd., S. 136, 170 u. a.
71 Vgl. beispielsweise ebd.: S. 139-140: „Wenn ich mich nicht irre, so war ich auch der erste Europäer, der das Glück hatte dieses Sanktuaire der persischen Damenwelt [in Qom] besuchen zu dürfen. Chardin beschrieb das, was ihm sein Diener hinterbrachte, Ouseley hatte einen nur sehr magern Bericht von einem Perser aus dem gesandtschaftlichen Gefolge erhalten und wenngleich Herr Carlian, der jetzige Hofphotograph und Professor der Chemie in Teheran, den Vorhof photographirte und das Bild ‚un tableau reussi du saint sépulcre‘ betitelte, so kann ich doch mit Bestimmtheit behaupten, dass während seiner Operation die Thüren des innern Hofes verschlossen waren; denn kein Einfluss der Welt wäre so mächtig, um es zu bewirken, dass es dem Auge eines unreinen Frengi gestattet würde, einen Blick in das Innere werfen zu dürfen.“
72 Ebd., S. 24.
73 Für letzteres würde die Tatsache sprechen, dass alle Ausdrücke in zeitgenössischen Enzyklopädien verzeichnet waren: Die drei im Zitat genannten Bezeichnungen für Kleidungsstücke kommen beispielsweise in Meyers Konversationslexikon (4. Auflage, 1885-1892) vor. Danach bezeichnet Entari „das allgemeine, bei den Männern kürzere, bei den Frauen längere Unterkleid der Mohammedaner“ (<http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html? id=105078#Entari> [05.03.2017]); mit Maschlach ist ein „ärmelloser Regenmantel in Arabien und Persien, aus feinen Kamel- und Ziegenhaaren“ gemeint (<http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=111007#Maschlach> [05.03.2017]). Zu Keffie (<http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=109238#Keffieh> [05.03.2017]) findet sich folgender Eintrag: „ein meist rot und gelb gestreiftes, halb- oder ganz seidenes Tuch mit langen Fransen, welches die Araber im heutigen Mesopotamien als Kopfbedeckung gebrauchen. Es wird mit einer Schnur aus Kamelhaaren rund um den Kopf befestigt, fällt in reichen Falten über Schultern und Nacken herab und ist ein vorzüglicher Schutz gegen Staub und Sonne. Die besten Keffiehs werden in Bagdad verfertigt, von wo auch ein bedeutender Export bis weit nach Indien getrieben wird. In Persien wird der K. als Abzeichen der Hadschiwürde betrachtet“.
74 MWuE, S. 121.
75 Ebd., S. 125.
76 Ebd., S. 128.
77 Knüppel listet in seiner Bibliographie unter dem Punkt „Rezensionen von Werken Á. Vámbérys“ vier deutschsprachige Rezensionen zu Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien auf, die hier berücksichtigt werden; vgl. Knüppel: Vámbéry, S. 133-134 (Nr. 9, 10, 12 und 16). Als Beispiel für eine ungarischsprachige Rezension vgl. Nr. 11.
78 [Anon.]: „[Rez. zu:] Hermann Vambery’s Wanderungen und Erlebnisse in Persien“. In: Globus 12 (1867), S. 374-377. Im Folgenden zitiert als: Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1867).
79 Anon.: „[Rez. zu:] Hermann Vambery“, S. 374.
80 Ebd.
81 Ebd., S. 175.
82 Ebd.
83 L.: „[Rez. zu:] Vámbéry, H.: Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien“. In: Mittheilungen aus Justus Perthes‘ Geographischer Anstalt 14 (1868), S. 183.
84 Anon.: „[Rez. zu:] „Vámbéry, Herm., meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien. Nach der ungarischen Original-Ausgabe. Pest 1867“. In: Literarisches Centralblatt für Deutschland 35 (1868), Kol. 944. Im Folgenden zitiert als: Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1868).
85 L., „[Rez. zu:] Vámbéry“, S. 183.
86 Damit scheint den Rezensenten das Einstreuen persischer Ausdrücke (vgl. Abschnitt 7) als hinreichender Beleg für Vámbérys Sprachkenntnisse gedient zu haben.
87 Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1868), Kol. 944.
88 L.: „[Rez. zu:] Vámbéry“, S. 183.
89 Richard Andree: „Hermann Vámbéry’s neue Reisebilder aus dem Orient“. In: Blätter für literarische Unterhaltung 25 (1868), S. 389-397.
90 Ebd., S. 390.
91 Ebd.
92 Anon.: „[Rez. zu:] Vámbéry“ (1868), Kol. 944.
93 Andree: „Hermann Vámbéry’s neue Reisebilder“, S. 390.
Haut de pagePour citer cet article
Référence papier
Ruth Bartholomä, « Persien in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Reiseeindrücke in Arminius Vámbérys Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien (1867) », Recherches germaniques, HS 12 | 2017, 65-85.
Référence électronique
Ruth Bartholomä, « Persien in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Reiseeindrücke in Arminius Vámbérys Meine Wanderungen und Erlebnisse in Persien (1867) », Recherches germaniques [En ligne], HS 12 | 2017, mis en ligne le 05 février 2019, consulté le 14 octobre 2026. URL : http://journals.openedition.org/rg/826 ; DOI : https://doi.org/10.4000/rg.826
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